Aus der Asche

Freitag, 04 November 2011 | gefunkt von Mario Alexander Weber

Fischfangquotendebatte aus dem Baltikum

Gestern war unser Lieblingsspartensender PHOENIX live in Athen bei der Vertrauensfrage mit dabei und kommentierte kurz vor Mitternacht gewohnt kompetent das Geschehen. Leider bin ich bei der namentlichen Abstimmung irgendwann zwischen N und O eingeschlafen mit einer leeren Dose Erdnüsse auf dem Schoß und habe erst beim Frühstück vom neuerlichen Coup von Papa erfahren.

Phoenix goes Europe. Wurde auch Zeit. Die endlosen Bundestagsübertragung, die nach der Mittagspause nur noch mit zwanzig aufrechten Parlamentariern und noch weniger Zuschauern vor den Geräten stattfanden, könnten damit ein Ende haben! Was für Möglichkeiten: In Italien gibt's wöchentlich die flightofthephoenixVertrauensfrage, die Fischfangquotendebatte aus dem Baltikum könnte man als Konferenz senden, live mit einer guten Whiskyflasche neben dem Armsessel beim Weg der Schotten in die Unabhängigkeit bzw. in die Euro-Zone dabeisein und ab und an eine handfeste Prügelei aus der Ukraine. Bei 87 EU-Mitgliedsländern, 125 Beitrittskandidaten und den insgesamt 14.501 Regionen von den Abruzzen über die Karawanken bis hin zum Saarland, die sich mit einer Landesvertretung in Brüssel repräsentieren und einmischen, käme mit schlauen Schalten keine Sekunde lang Langeweile auf. Phoenix, just do it!

Bereits im Wintersemester 1997/98 diskutierten wir in einem Europa-Seminar die Frage, warum es eigentlich keine relevanten europäischen Medien gibt. Keinen eigenen europäischen Fernsehsender, keine europäische Zeitung, eine Radiosendung, Internetseite ... Nichts gibt es da. Gerade noch Deutschland-Frankreich im Kleinen: arte, der "taz" liegt monatlich die lesenwerte Ausgabe der "Le Monde Diplomatique" bei, Oskar Lafontaines Radiosendungen auf SR 04 ... Aber darüber hinaus? Wursteln alle vor sich hin. Die Bayern, die Schotten, die Wallonen und die Südtiroler. Europäischer Flickerlteppich.

Mario

Mario Alexander Weber

Pilot & Listenbeauftragter
 
 
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