Zehn Momente des Michael Ballack

Montag, 20 Juni 2011 | gefunkt von Mario Alexander Weber

Hat Ballack tatsächlich „Menno“ gesagt?

mb flog nicht mit(Photo oben: Nach einem heftigen Regenguss kämpft sich die Sonne wieder zurück. Die Chartermaschine startet Richtung Sardinien. Es ist Sonntag.)
 
  • Beim WM-Turnier 2006 in Deutschland ist der torgefährlichste Mittelfeldspieler noch ohne Tor (so sollte es bis zum Turnierende auch bleiben). Ballack schießt aus allen Lagen, um endlich seinen ersten Treffer aus dem Spiel heraus zu erzielen. Als sein 13. Weitschuss schon wieder am Tor vorbei fliegt, sieht man am TV Ballack in Großaufnahme mit sich selbst hadern und schimpfen. In größerer Runde im Wohnzimmer sitzend, können wir ihm den Aufschrei von den Lippen ablesen: „Menno!“. Große Aufregung im Wohnzimmer – Hat Ballack tatsächlich „Menno“ gesagt? Ja, hat er. Menno.
  • Günter Netzer wirft in seiner Sport-Bild-Kolumne im Sommer 2003 Michael Ballack nicht nur Führungsschwäche vor. Nein, Netzer geht noch einen Schritt weiter und behauptet, Ballack könne nie zum Führungsspieler aufsteigen, da er in der DDR (Stichwort: Kollektiv, Töpfchen-Debatte) sozialisiert worden sei. Treppenwitz der Geschichte, dass Ballack sieben bis acht Jahre später als „Leader“ in ein neu formiertes Team der flachen Hierarchien nicht mehr passen darf.
  • Nach dem unrühmlichen 0:3-Viertelfinal-Aus bei der WM und in den letzten Wirren der Berti-Vogts-Ära im im Herbst 1998 (man erinnere sich an den legendären 2:1-Auswärtssieg auf Malta, als sogar Stefan Effenberg nach seiner Stinkefinger-Affäre ein kurzes Comeback gab), avanciert der 22-jährige Ballack im Talent-Brachland Fußballnationalmannschaft zum Hoffnungsträger. Sein Trainer Otto Rehagel ätzt zwar sinngemäß, dass Spieler, die im Strandurlaub den Ball hochhalten, auf einmal das Prädikat Weltklasse bekommen würden. Egal, im Jahr darauf ist Ballack Nationalspieler (Debüt als Einwechselspieler bei einem 0:1 in Schottland) und in der Bundesliga erlebt er nach einer weiteren Einwechslung (für Hany Ramzy) das legendäre 5:1 der Frankfurter Eintracht im Abstiegskrimi der Saison 1998/99 mit.
  • 2002 ist der FC Barcelona an einer Verpflichtung von Bernd Schneider und Michael Ballack interessiert. Schneider bleibt in Leverkusen, Ballack wechselt nach München.
  • Nach vier Jahren beim FC Bayern wechselt er nach London, zum FC Chelsea.
  • Beim FC Chelsea herrscht der Brauch, dass neue Spieler zum Einstand ein Lied singen müssen. Ballack singt „Du entschuldige, i kenn di“ von Peter Cornelius vor.
  • Weil Michael Ballack eine 2000-Euro-Handtasche aus Dubai, ein Geschenk für seine Lebensgefährtin, im Münchner Flughafen beim Zoll nicht deklariert, bekommt er ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung aufgebrummt. Das Verfahren wird eingestellt, Michael Ballack muss ein Bußgeld in Höhe von 70.000 Euro zahlen.
  • Im Oktober 2008 gibt Michael Ballack der FAZ ein Interview, in dem er Respekt und Loyalität für alte Fahrensmänner wie seinen Kumpel Thorsten Frings einfordert.
  • Das Eigentor gegen Unterhaching.
  • „Was ist? Irgendetwas passiert?“Ja.

 

Meine Mutter stand immer auf dich. Ich auch. Mach’s gut. Danke.

Mario

Mario Alexander Weber

Pilot & Listenbeauftragter
 
 
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