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Sortierregeln

Wie ist unsere Flotte sortiert? Wie soll man generell eine Plattensammlung sortieren? Eine mögliche Antwort auf diese Frage liefern Faustos Sortierregeln. Weiterlesen

Sortierregeln

Montag, 04 März 2013 | gefunkt von Mario Alexander Weber

Gut sortiert ist halb gefunden

1. Die "The-Frage":

Besonders ärgerlich ist die ABC-Einteilung des Computers bei den klassischen "The-Bands", also den "Kinks", den "Beatles", den "Sternen" usw. Völlig zurecht werden diese in Plattenläden seit jeher unter "K" bzw. "B" und "S" eingeordnet. Hier übernimmt der bestimmte Artikel neben der grammatischen Pluralmarkierung eine ganz normale kommunikative Funktion, denn es würde ja bescheuert klingen, den bestimmten Artikel wegzulassen, wenn man über die band spricht. Problem: oftmals wird ein singularischer Name mit einem bestimmten Artikel versehen: "The Band", "The Cure", "Die Regierung" usw. - ist hier der bestimmte Artikel stärker als sonst? Gehört er gar zum Namen? besonders elegant haben dieses Problem "The The" gelöst. Doch nun die Frage der Darstellung in der automatisierten Liste: Möglich: "Beatles, The" usw. aber auch: "The, The"? "Regierung, Die"? oder Weglassung?: "Beatles"? "The"? "Regierung"? "Fantastischen Vier, Die"? "Fantastischen Vier"? oder doch (ohne Flexionsproblem): "Fantastische Vier"? schwierig, schwierig...

Aus ästhetischen Gründen unter dem entsprechenden Buchstaben einordnen, der das nominale Element einleitet, Artikel aber trotzdem davorsetzen, also: "The Beatles" unter "B" und "Die Fantastischen Vier" unter "F". Nachteil: Funktioniert nur händisch, lässt sich nicht automatisieren. Bei Automatisierung bleibt nur, entweder den Artikel wegzulassen ("Beatles") oder "Beatles, The".

2. Ganze Sätze oder Phrasen als Bandnamen

Ein postmoderner Klassiker, der anknüpfend an die Artikelproblematik weitere Schwierigkeiten mit sich bringen kann: "And You Will Know Us by the Trail of Dead" ist noch relativ klar unter "A" einzusortieren, aber was ist, wenn hier wieder der bestimmte Artikel ins spiel kommt? "Die Braut haut ins Auge": unter "D" oder doch "B"?: "Braut haut ins Auge, Die"???

Bei manuellem Verwalten der Liste "Die Braut haut ins Auge" unter "B", bei Automatisierung ärgerliches "Braut haut ins Auge, Die". Weiteres Problem: Gibt es einen Unterschied zwischen bestimmtem und unbestimmtem Artikel? "A Flock of Seagulls" werden gemeinhin unter "A" kategorisiert, also: Gefahr der Inkonsequenz!

3. Zahlen und Sonderzeichen

Die ABC-Sortierung führt derlei Elemente in der Regel zuerst auf: Also erst "? and the Mysterians", dann "10000 Maniacs" und erst dann geht es mit "A" los. Was ist zu tun? Schwierig, denn "Ten Years After" tauchen ja auch nicht zu Beginn auf. Warum nicht? Weil die Zahl hier ausgeschrieben wird. Wo könnte man die 10000 Maniacs einsortieren? Ist das nicht auch sprachenabhängig? Ein englischer Laden sortiert bei "T", ein deutscher bei "Z"ein? klingt unlogisch... und was ist zu tun mit dem Fragezeichen?! Vielleicht unter "Q" wie "Question Mark"?

Völlig singuläres Problem: Der ohnehin exzentrische Prince, der sich eine zeitlang als "The Symbol", markiert durch ein eigenes, auf keiner PC-Tastatur existierendes Zeichen, repräsentieren ließ. Hier will sich einer ganz bewusst unserer vermutlich zu akademisch anmutenden Kategorisierung entziehen. Das Problem verbindet sich im Übrigen mit Problem 2., wenn man einen weiteren Alias dieses Künstlers einordnen will: "The Artist formerly known as Prince": "T"? oder "A"? oder doch "P"?

Bei Automatisierung der Liste erscheinen "? and the Mysterians" noch vor "A" . unvermeidlicher Nachteil bei Prince: Die Alben erscheinen an unterschiedlichen Stellen. Bei manueller Verwaltung wäre ausnahmsweise eine historisch-kritische Kategorisierung zu beherzigen, also gegen alle Regeln des Systems die Alben an einer Stelle - und zwar unter "P" - einsortieren.

4. Titel als Bestandteile des Namens

Beispiele: "Dr. John", "Dr. Dre", "Professor Longhair".

Da eine Aberkennung der Titel eher mit Hindernissen verbunden ist, muss eine Entscheidung getroffen werden. Obwohl im richtigen Leben der akademische Titel zwar Pflichtbestandteil des Namens ist, (man im Telefonbuch aber schon immer unter "G" nachsehen musste, wenn man Karl-Theodor anrufen wollte), bietet es sich hier an, das Ganze als fiktiven Künstlernamen zu betrachten und die Interpreten entsprechend unter "D" bzw. "P" zu buchen (sowohl automatisiert als auch manuell). Untermauert wird diese Kategorisierung durch die Tatsache, dass man bei diesen Künstlern ja oft nicht weiß, ob das, was folgt, ein Vor-, Nachname oder sonstwas ist. Außerdem sieht in der automatisierten liste "Longhair, Professor" einfach beknackt aus. das Problem lässt sich noch erweitern auf sogenannte "Musikertitel" wie "DJ Krush" oder "MC Solaar". hier wäre entsprechend zu empfehlen, bei "D" und "M" einzuordnen.

5. Einzelnamen als Bestandteile ganzer Bandnamen

Ein hinreichend bekanntes und häufiges Einordnungsproblem: (The?) "Jon Spencer Blues Explosion" unter ("T"), "J"? "S?" oder gar "B"? Und wie sieht es aus mit dem "Caspar Brötzmann Massaker" oder "Sly and the Family Stone"? Wer ist jeweils wichtiger? Die Band oder der Leader? Und dann: Der Vor- oder der Nachname?

Vielleicht weisen die verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten in der automatisierten Liste einen Weg: "B": "Blues Explosion, Jon Spencer"? Nein. "S": "Spencer Blues Explosion, Jon"? Unkorrekt. Nochmal "S": "Spencer, Jon and the Blues Explosion"? Vielleicht noch am Besten. In dem Fall bliebe die Inkonsequenz, bei Sly & The Family Stone den Vornamen wählen zu müssen und unter "S" einzuordnen". Damit müsste man dann leben. für die manuelle liste wäre eine Unterscheidung von solchen Bandnamen nach reinem Vornamen und Kombination von Vor- und Nachnamen anzuraten, also: (The) "Jon Spencer Blues Explosion" unter "S", (The) "Steve Miller Band" unter "M", aber demgegenüber "Sly & The Family Stone" unter "S" und "Carl & The Passions" unter "C". Die Einordnung der vollständigen Namen unter den Nachnamen ist v.a. deshalb sinnvoll, da bei Kategorisierung nach Vornamen beispielsweise ein Unterschied gemacht werden müsste zw. "Miles Davis" (unter "D") und dem "Miles Davis Quintet" (dann unlogischerweise unter "M") - analog dazu z.b. die "Jimi Hendrix Experience". Solo- und Band-Projekte würden dann in der liste unnötigerweise auseinandergerissen.

6. Attribute als Erstglied

Vor allem in früheren Zeiten war es in Blues- und Soul-Kreisen üblich, Interpreten mit einem Attribut zu versehen, das bestimmte Eigenschaften, Herkunftsregionen usw. des Künstlers verdeutlichte, Beispiele: "Blind John Davis", "Mississippi John Hurt", "Little Stevie Wonder", "King Curtis".

Zwei Möglichkeiten: Bei Automatisierung "Blind John Davis" unter "B". oder aber - nicht unelegant: "Davis, 'Blind' John" - also unter "D". Schwierig wirds dann mit King Curtis - vielleicht eher ein fall für Kategorie 4.? Bei manueller Verwaltung Möglichkeit der Differenzierung nutzen, wenn ein vollständiger Name erkennbar ist: "Blind John Davis" unter "D" und "Little Stevie Wonder" unter "W", damit - ähnlich wie in 5. - die Interpreten, die durch Namenwechsel charakterisiert sind, nicht auseinandergerissen werden.

7. Unbekannte bzw. schwer zu ermittelnde Bestandteile

Manchmal ist es dem deutschen Musikliebhaber unmöglich, bestimmte Bestandteile richtig zu interpretieren. Ist "Tav" in "Tav Falco" ein Vorname? Wieso findet sich dann der Interpret in Plattenläden fast immer unter "T"? was ist mit "Brinsley Schwarz"? Hab ich schon desöfteren unter "S" gesehen. Klar, man kann für die eigene Liste Recherchen anstellen, finden wird man den Interpreten trotzdem oftmals in anderen Fächern. Und wenn es dann richtig exotisch wird: Ist "Sigur" in "Sigur Ros" ein Vorname (ähnlich wie Sigurd)? Und wie ist es bei "Ofra Haza"? Ein normaler Name oder etwas ganz anderes? Und mit welchen Bestandteilen haben wir es bei "Bonnie 'Prince' Billy" zu tun? Mit zwei Vornamen plus Künstlername"? Oder ist "Billy" hier etwa ein Nachname? Selbst in der eigenen Sprache ist man vor ähnlichen Fallen nicht sicher. Ich erinnere mich an die Trikotwerbung des TSGV Waldstetten, C-Jugend, ca. 1986. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass die Aufschrift "Estrich Wagner" eine Verbindung von Vor- und Nachnamen ist.

Hier hilft für die eigene Liste nur (manchmal sehr aufwendige) Wahrheitsfindung durch Recherche. Und dann entsprechende Kategorisierung nach obigen Vorgehensweisen.

8. Adelsbezogene Namenbestandteile

Das Problem mit den adeligen Namenbestandteilen. Hier gibt es - soweit zu sehen - keine klare Linie. Bei den "Macs" hat es sich im englischen eingebürgert, sie unter "M" zu sortieren. "Paul McCartney" usw. Doch findet man "Steve van Zandt" konsequenterweise unter "V"? oder "Malcolm le Maistre" unter "L"? und was ist mit "Camper van Beethoven"? Hier erschwert der fiktionale Charakter des Bandnamens die Einordnung, eine Kategorisierung unter "C" wäre hier entsprechend folgerichtig. Und was ist, wenn wir die Sprache wechseln? "Funny van Dannen", "Gisbert zu Knyphausen" usw.

Gibt es festere Verbindungen und weniger feste? Ich denke, ja. das "MC" im englischsprachigen Raum scheint klar als Orientierungspunkt zu gelten, während man hierzulande die "vons", "vans" und "zus" vermutlich eher hintan stellt. Also differenzieren. "McCartney" unter "M", "zu Knyphausen" unter "K", was in der automatisierten Liste allerdings in Form von "Knyphausen, Gisbert zu" blöd aussehen würde.

9. Verkürzungen von Namen oder Abkürzungen von Vornamen (?):

Was ist, wenn Namenbestandteile von Künstlern verschwinden? Bei "(Little) Stevie Wonder" ist das Problem zu lösen, siehe punkt 6. Aber bei Marius Müller-Westernhagen verschwand ein Teil des Nachnamens. Vielleicht wieder historisch-kritisch. Beides manuell unter "W" einordnen". Bei einer Automatisierung wird zwangsläufig auseinandergerissen. Weiteres Problem: Manche Vornamenabkürzungen sind so stark ikonisiert, dass sie Künstlernamencharakter haben. "PJ" in "PJ Harvey" steht zwar bekanntermaßen für Polly Jean, aber ordnet man die Künstlerin deshalb unter "H" ein? Eher nicht. Ähnlich verhält es sich mit "KT Tunstall" - die Dame heißt mit Vornamen eigentlich Kate Victoria. steht das "KT" damit in einer Beziehung? Soll es ein Substitut für "Katy" sein? Und wird hier unter "K" oder "T" kategorisiert? Ich weiß es nicht...

Lösungsansätze bitte unten als Kommentar zur Diskussion stellen.

10. Fazit

Zusammenfassend lässt sich aus meiner Sicht sagen, dass die meisten Problemfälle eine manuelle Verwaltung einer alphabetischen Interpretenliste nahelegen. Auf diese Weise ist eine klarere Differenzierung möglich, man kann eingreifen und selbst Standards setzen. Allerdings ist sie natürlich ungleich aufwendiger als die Computerautomatisierung und lässt einige Probleme nach wie vor ungeklärt.

Mario

Mario Alexander Weber

Pilot & Listenbeauftragter
 
 
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